Vaterschaftstest – Die wichtigsten Informationen

Fingerspitzengefühl ist entscheidend - Nicht mit der Tür ins Haus fallen

Vaterschaftstests sind eine heikle Angelegenheit. Nicht nur hängen viele rechtliche Fragen von ihnen ab (Unterhaltspflicht, Erbfolge etc.), es ist auch in emotionaler Hinsicht ein enorm brisantes Thema. Denn in vielen Fällen steht mit einem Vaterschaftstest auch gleichzeitig die Frage nach Treue im Raum. Hierbei ist von beiden Seiten aus Fingerspitzengefühl gefragt, denn die Vaterschaft offiziell bestätigt zu haben, bringt für beide Elternteile nicht von der Hand zu weisende Vorteile mit sich.

Der Mann kann sich durch den DNA Test sicher sein, dass er wirklich der Erzeuger ist und die Mutter spart sich für den (hoffentlich vermeidbaren, aber immer möglichen) Fall einer Trennung Komplikationen, falls der Mann in dieser ohnehin schwierigen Trennungsphase meint die Vaterschaft leugnen zu müssen. Dies ist immer dann möglich, wenn der Vater Kenntnis von Umständen erhält, die einen anderweitigen Erzeuger implizieren. Ist dies nicht der Fall, kann die Anfechtung der Vaterschaft in den ersten 2 Jahren nach der Anerkennung erfolgen. Gerade wenn Paare sich im Streit trennen, greifen viele Männer leider auf dieses Mittel zurück, um zusätzlichen Aufwand für die Mutter zu erzeugen, die dann die Vaterschaft gerichtlich feststellen lassen muss.
Ein Vaterschaftstest vorneweg schützt also beide Seiten gleichermaßen und sorgt für geklärte Fronten. Sehen sie den Gentest also nicht als einen Backstein, mit dem das Fenster ihrer Beziehung eingeworfen wird, sondern als einen weiteren Stein im Fundament einer soliden Beziehung.

Die Kosten für einen Vaterschaftstest hängen maßgeblich davon ab, welche Services sie in Anspruch nehmen. Wir haben ihnen dazu ein kleines Infopaket zusammengestellt. Ein weiteres wichtiges Thema im Umfeld von Vaterschaftstests ist die Anerkennung der Vaterschaft. Auch hier haben wir natürlich eine kleine Infoseite für sie zusammengestellt.

Welche Angebote gibt es?

Es gibt weltweit eine sehr große Zahl an Anbietern. Wir können jedoch nur eindringlich raten, einen deutschen Dienstleister zu wählen. Außerdem ist es enorm wichtig, dass das gewählte Labor offiziell akkreditiert wurde. Nur wenn diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind, kann das Ergebnis des Vaterschaftstests vor Gericht berücksichtigt werden.
Im Zweifel wird also vom Gericht noch einmal ein neuer Test verlangt, wenn die ursprüngliche Untersuchung nicht den allgemeinen Qualitätsanforderungen entsprach. Auch hier gilt also wieder einmal: Wer billig kauft, kauft zweimal.

Vom Preis-Leistungsverhältnis her können wir den DNA24 - Vaterschaftstest empfehlen.

Was wird bei einem Vaterschaftstest gemacht?

Beim Vaterschaftstest, im Fachjargon auch „Abstammungsgutachten“ genannt, gibt es theoretisch mehrere Untersuchungsmethoden, über die man die Vaterschaft prüfen kann. Heutzutage wird jedoch immer zum DNA Test gegriffen, da dieser die genaueste und zuverlässigste Methode darstellt.

Für einen Gentest werden zunächst Proben vom potentiellen Vater und dem Kind genommen. Klassischerweise wird dabei ein Abstrich im Mundraum gemacht, theoretisch sind aber auch Blutproben, Haare oder Haarwurzeln adäquate Testmittel.
Diese Proben werden anschließend im Labor bearbeitet, um die DNA aus ihnen zu extrahieren und bestimmte Abschnitte der DNA zu vervielfältigen.
Auf diese Weise erhält man eine größere Menge DNA-Abschnitte, die mit Fluoreszenz-Farbstoffen eingefärbt werden. Entscheidend ist bei diesen kleinen DNA-Fragmenten vor allem die Länge. Denn die geprüften Abschnitte sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich lang. Und die Länge vererbt sich.
Vereinfacht gesagt vergleicht man also die Länge einzelner DNA-Abschnitte von Vater und Sohn. Durch die hohe Anzahl von Kombinationsmöglichkeiten ist eine zufällige Übereinstimmung aller relevanten Abschnitte nahezu unmöglich.
Wie viele dieser DNA-Fragmente verglichen werden müssen, das hängt noch von einem zusätzlichen Faktor ab. Liegt auch eine Probe von der Mutter vor, müssen weniger Teile verglichen werden. Auch die Genauigkeit des Tests profitiert erheblich davon, wenn die DNA der Mutter vorliegt.

Die Grenzen dieser Methode sind nur selten relevant. Bei eineiigen Zwillingen ist eine Unterscheidung meistens nicht möglich, dort kommen also meist beide als Vater in Frage. Ein weiterer Sonderfall: Wer eine Knochenmarksspende erhalten hat, trägt fremde DNA in seinem Körper. Das kann bei Nicht-Angabe ebenfalls den Test durcheinanderwerfen.

Zusatzinfo

Bevor die heutigen DNA-Tests etabliert wurden, waren Vaterschaftstests deutlich unzuverlässiger. Eine sehr grobe Methode, um wenigstens eine Vaterschaft ausschließen zu können, war z.B. ein Blutgruppenvergleich. Auch serologische Gutachten wurden eine Zeit lang verwendet. (Dabei werden Antigene und Proteine im Blut verglichen.)
Obskur mutet aus heutiger Sicht besonders das anthropologisch-erbbiologische Gutachten an, bei dem äußere Merkmale wie Haarfarbe und Kopfform verglichen wurden.

Wie genau sind Vaterschaftstests?

Wie genau ein Vaterschaftstest ist, das hängt von den Umständen ab. Wie viele DNA-Segmente wurden verglichen? Lag auch eine Probe der Mutter vor? Kommen mehrere Väter in Frage, die zudem miteinander verwandt sind? Liegen beim Kind überdurchschnittlich viele Mutationen im genetischen Code vor?
In einigen speziellen Sonderfällen, wenn mehrere dieser Faktoren zusammenkommen, lässt sich auch durch einen Gentest keine klare Aussage zur Vaterschaft treffen. Diese Sonderfälle sind aber extrem selten und kommen so gut wie nie vor.

Der Gesetzgeber verlangt eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 99,9%, um die Vaterschaft als erwiesen zu betrachten. Diese Hürde liegt also hoch, aber im absoluten Regelfalle lässt sich die hier festgelegte Genauigkeit auch erreichen. Denn im Normalfall reicht eine Erweiterung im Test auf weitere Segmente des Erbguts, um zu einem genaueren Ergebnis zu kommen.

Wie läuft ein Vaterschaftstest ab?

Checkliste

Wie genau so ein Vaterschaftstest abläuft, das hängt ein wenig von den Umständen ab. Wenn der Test nicht unbedingt vor Gericht bestand haben soll, können sie sich einfach in der Apotheke ein Testkit besorgen oder Online kostenlos eines anfordern.
Unserer Erfahrung nach ist der Ablauf etwas flüssiger, wenn man das vom jeweiligen Anbieter vorgeschlagene Testkit verwendet. Zudem ist das Kit bei den Online-Diensten im Regelfalle kostenlos, sie sparen also sogar noch etwas Geld.

Wenn sie mit dem Testkit die Proben entnommen haben, schicken sie dieses einfach ein und erhalten dann einige Tage später die Auswertung. Je nach Auftragslage kann die Wartezeit hier variieren. Wer es eilig hat, kann teils auch einen Express-Service hinzubestellen.

Wenn der Vaterschaftstest auch vor Gericht bestand haben soll, ist der Ablauf an und für sich der Gleiche. Nur die Entnahme der Proben muss direkt vor Ort in der gewählten Klinik durchgeführt werden, damit eine Manipulation ausgeschlossen werden kann.

Wer sich im Ausland befindet und trotzdem einen in Deutschland gültigen Vaterschaftsnachweis benötigt, der kann bei vielen Anbietern auch einen entsprechenden Service buchen. Dabei werden dann in einer Botschaft durch einen Amtsarzt die Proben entnommen und anschließen nach Deutschland gesendet.

Wann darf ich einen Vaterschaftstest durchführen?

Es ist enorm wichtig zu beachten, dass ein Vaterschaftstest die Zustimmung beider Erziehungsberechtigen benötigt. Zumindest solange, bis das Kind volljährig ist. Wenn der Nachwuchs das 18te Lebensjahr überschritten hat, reicht die Einwilligung von Vater und (potentiellem) Sohn.

Wer ohne die nötigen Zustimmungen ein Abstammungsgutachten in Auftrag gibt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit mehreren Tausend Euro Strafe geahndet werden kann. Sprechen sie einen Vaterschaftstest also immer mit allen Beteiligten ab und halten sie die Zustimmung ggf. schriftlich fest. Denn die Dienstleister sind nicht verpflichtet, entsprechende Einverständniserklärungen einzufordern oder zu archivieren. Diese Verantwortung liegt komplett bei Ihnen.

Kann man einen Vaterschaftstest während der Schwangerschaft durchführen?

Prinzipiell kann man einen Vaterschaftstest schon vor der Geburt des Kindes durchführen. Ein pränatales Abstammungsgutachten darf aber nur dann durchgeführt werden, wenn ein Sexualdelikt vermutet wird. Ein Zuwiderhandeln stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.

Hierfür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen sind pränatale Gentests allgemein nicht erlaubt, um eine genetische Diskriminierung zu verhindern. Es soll also kein Fötus nur deshalb abgetrieben werden, weil er die falsche Haarfarbe hat, um es mal überspitzt auszudrücken.
Zum anderen sind einige Untersuchungsverfahren invasiv und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt, weshalb von einer zu häufigen Anwendung abgesehen wird.

Schwangerschaft

Kann man zu einem Vaterschaftstest gezwungen werden?

Sowohl Vater als auch Mutter können auf einen Vaterschaftstest bestehen, wenn ein entsprechendes Verfahren beim Familiengericht am Laufen ist. Meistens geht es dabei um Unterhaltszahlungen.
Entweder möchte ein Mann sich mit einem negativen Vaterschaftstest von Unterhaltszahlungen befreien oder eine Frau möchte einen Vaterschaftstest als Grundlage für ihre Unterhaltszahlungen einfordern.

Im Regelfalle wird dieser Forderung vor Gericht entsprochen, die Kosten für den Test übernimmt das Gericht jedoch nicht. Da das vom Gericht gewählte Labor nicht zwangsläufig der günstigste Anbieter sein wird, lässt sich durch einen Test im Vorfeld also bares Geld sparen.
Kommen tut der Test sowieso, warum also nicht im Vorfeld einen günstigeren Anbieter damit beauftragen?

Allgemein ist auch anzuraten, derartige Angelegenheiten nicht bis zu einem Gerichtsverfahren zu eskalieren. Das Verfahren kostet beide Seiten Zeit und Geld, mit dem einzigen Ergebnis, dass am Ende das Abstammungsgutachten eingefordert wird, das man vorher ohne die ganzen Umstände viel einfacher hätte haben können. Mal ganz abgesehen davon, dass es auch für das Kind deutlich besser ist, wenn eine gütliche Einigung erfolgt.

Welche Folgen hat ein positiver Vaterschaftstest?

Geld im Check

In erster Linie ergeben sich durch einen positiven Abstammungsnachweis natürlich ein paar Pflichten. Allen voran die Unterhaltspflicht, die auch im Regelfalle der Auslöser für eventuelle Streitigkeiten ist. Umgekehrt greift natürlich auch die Pflicht des Elternunterhalts für das Kind, sobald dieses volljährig ist.
Ein paar weitere Kleinigkeiten, wie etwa die Mitversicherung des Kindes über den Vater, werden hierdurch ebenfalls möglich.

Ganz wichtig: Ein Sorgerecht ergibt sich durch den Nachweis der Vaterschaft nicht automatisch. Dieses muss unter Umständen in einem separaten Prozess erstritten werden.

Kann man das Ergebnis eines Vaterschaftstests anfechten?

„Anfechten“ kann man das Ergebnis in diesem Sinne nicht, da nur Willenserklärungen „angefochten“ werden können. Man kann aber vor Gericht eine neuerliche Prüfung mit neuer Probenentnahme und in einem anderen Labor fordern. Hierfür sollten jedoch handfeste Gründe vorgelegt werden, die das Ergebnis des ersten Tests in Zweifel ziehen.
Solange man für die Kosten aufkommt, werden zwar auch ohne derartige Gründe viele Richter einem zweiten Test nicht im Weg stehen, aber wer auf Nummer sicher gehen will, der gibt einen guten Grund für die neuerliche Prüfung an.